Die Macht der Ohnmacht

Teuflisch inszenierte Weiblichkeit im Faust- (1587) und Wagnerbuch (1593)

EVELYN SARNA (Universität Bamberg)

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Zusammenfassung: Der Artikel thematisiert die im Faust- (1587) und Wagnerbuch (1593) der Frühen Neuzeit auftretenden literarischen Körperinszenierungen des Weiblichen, die bei der Transformation der beiden Teufelsfiguren – Mephostophiles und Auerhan –  und weiterer Diaboli in feminine Wesen auftreten. Die teuflischen Verführerinnen werden zwar in einigen Forschungsarbeiten erwähnt, jedoch unter keinem methodischen Zugriff im Hinblick auf ihre literarische Inszenierung, ihre Funktionalisierung auf narrativer Ebene und die Frage nach der Korrelation von weiblichem Geschlecht und Macht fokussiert. Mithilfe methodischer Gesichtspunkte aus den Gender Studies soll diese Forschungslücke geschlossen werden. Ziel des Artikels ist zu zeigen, dass an den weiblichen Körperverwandlungen der Diaboli des Faust- und Wagnerbuches eine literarische Umfunktionalisierung des frühneuzeitlich normativ-festgesetzten Machtverhältnisses zwischen unterdrücktem, inaktiv-weiblichem und beherrschendem, aktiv-männlichem Geschlecht sichtbar wird.

Über die Autorin: Evelyn Sarna schloss ihr Studium an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit einem Bachelor of Arts in der Germanistik sowie Kunstgeschichte und einem Master of Arts in der Literaturwissenschaft und Literaturvermittlung ab. Sie ist seit Oktober 2016 Dozentin für germanistisch-mediävistische Seminare an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und arbeitet seit Februar 2018 als Stipendiatin der Promotionsförderung des Cusanuswerkes an ihrer Dissertation zur Edition und Analyse der frühneuzeitlichen Wagnerbuchdrucke.