Ovid „Amores I“

Ein narratologischer Zugang

JONAS LUDÄSCHER (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

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Zusammenfassung: Der vorliegende Beitrag untersucht das erste Buch der Amores Ovids ausgehend von den narratologischen Kategorien Genettes. Dabei ist die von Genette so bezeichnete Kategorie „Stimme“, also die Funktion und Rolle der Erzählerfigur, von tragender Rolle. Anhand dessen wird gezeigt, dass im ersten Buch das textimmanente Ich zwei verschiedenen Rollen auftritt: In den Rahmengedichten (Am. 1,1 und 1,15) nimmt es die Rolle des Dichters ein, der über sein Werk und dessen Entstehung referiert und reflektiert. In den übrigen Gedichten nimmt es hingegen die Rolle des Liebenden ein, der typisch elegische Situationen erlebt. Der Fokus dieses Beitrages wird auf den bereits erwähnten Rahmengedichten liegen, da in diesen die Rolle des Ichs als Dichter herausgearbeitet werden kann und diese beiden Elegien auch gerade in der neueren Forschung Gegenstand zahlreicher und kontroverser Diskussionen gewesen sind. Auf Grundlage der Kategorien Genettes und den damit möglichen Deutungen der Erzählerfigur wird an diese Kontroversen angeknüpft.

Über dEN Autor: Vom Wintersemester 2007/08 bis Wintersemester 2010/11 studierte Jonas Ludäscher an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zunächst Klassische Philologie und Germanistik für das Lehramt an Gymnasien, später auch Geschichte; seit dem Sommersemester 2011 führte er sein Studium mit den Fächern Latein und Geschichte für das gymnasiale Lehramt an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt fort, wo er im Herbst 2016 das erste Staatsexamen ablegen wird