Über eisodos

Was ist eisodos?

eisodos – Zeitschrift für Antike Literatur und Theorie ist eine peer-reviewed, open-access, online-Zeitschrift für B.A.-, M.A.- und Lehramts-Studierende sowie Doktoranden. Es werden sowohl Studierende der Klassischen Philologie als auch Studierende der Byzantinistik, des Mittel- und Neulatein, der Allgemeinen & Vergleichenden Literaturwissenschaft oder einer modernen Literaturwissenschaft eingeladen, Beiträge in deutscher oder englischer Sprache einzusenden.

Thematischer Schwerpunkt von eisodos sind Fragen der Interpretation von Literatur – antiker wie der aus anderen Epochen bis hin zur Moderne. Interpretation von Literatur meint hier gleichberechtigt Studien zu Einzelwerken von Literatur, zu Einzelaspekten in diesen Werken sowie zu Literatur allgemein. Die theoretische Basis für verschiedene Herangehensweisen an Literatur und eine kritische Beleuchtung der Grundannahmen, auf denen die jeweiligen Lesarten, Thesen, Theorien, Kriterien usw. fußen, sollen dabei stets auch thematisiert werden.

Eingereichte Beiträge sollen sich daher mit verschiedenen literaturtheoretischen Aspekten auseinandersetzen und diese in konkreten Literaturinterpretationen auf Texte anwenden und untersuchen. Darüber hinaus sind aber auch Beiträge willkommen, welche sich mit dem Vergleich von Theorien oder Lesarten auseinandersetzen – sei es, dass Theorien zur Literaturinterpretation oder Literaturkritik mit anderen verglichen, neuere literaturtheoretische Ansätze mit Hilfe antiker Texte und vice versa kritisch diskutiert, oder dass selbstständig neue literaturtheoretische Ansätze im Dialog mit konkreten Texten entwickel werden.

Ziel eines jeden Beitrags soll sein, Literatur, Literaturtheorie und/oder -kritik von der Antike bis hin zur Moderne unter einem neuen Gesichtspunkt zu erschließen, dabei den Nutzen und/oder die Grenzen von modernen bis antiken Theorien zu erproben sowie ggf. Unterschiede bzw. Parallelen zwischen den antiken bis modernen Theorie und/oder Lesarten zu diskutieren. Generell wichtig für einen Beitrag von eisodos ist es, sich die Grundannahmen – die eigenen wie die der anderen – von spezifischen Lesarten, spezifischer Theoriebidlung und/oder Literaturkritik bewusst zu machen und kritisch zu hinterfragen.

Dadurch werden auch Fragen nach dem Zusammenhang von (Literatur-)Theorie zu (Literatur-)Praxis aufgeworfen; ferner wird nach der Kontinuität des Nachdenkens über Literatur seit der Antike und der Verwendung von (Literatur-)Theorie in der Literaturinterpretation gefragt.

Die Frage, ob moderne Literaturtheorie überhaupt auf antike Literatur und vice versa angewendet werden kann und darf oder ob es dabei zu anachronistischen Über- und Verformungen kommt, soll als produktive Frage in den Raum gestellt werden; ebenso die Fragen danach, was eine ‚gute‘ Textinterpretation ausmacht, welche literaturtheoretische Fundierung dazu nötig ist, oder wie geeignete Kriterien der Literaturkritik aussehen können. Nähere Informationen zum Einreichen von wissenschaftlichen Beiträgen finden Sie hier.

Neben Beiträgen zu literaturtheoretischen Themen und Interpretationen sollen auf eisodos auch Rezensionen von thematisch relevanten Publikationen (Monographien, Aufsätzen, etc.) erscheinen. Vorschläge für Rezensionen bitte an herausgeber@eisodos.org. Nähere Informationen zum Einreichen von Rezensionen finden Sie hier.

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eisodos (griechisch: εἴσοδος) bedeutet eigentlich den Weg hinein, Einstieg und Eintritt in Etwas, die Einführung, das Lernen, das Studium und dann auch die Untersuchung und Methode.

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Entstehungsgeschichte

Wir, die Herausgeberinnen von eisodos, Bettina und Lena, haben uns 2004 während unseres Studiums in Greifswald kennengelernt, wo wir beide Alt-Griechisch studiert haben. In vielen Seminaren haben wir hier gemeinsam antike Texte übersetzt und interpretiert.

Obwohl wir nach unserem Bachelor verschiedene Wege gegangen sind, sowohl vom Studienfach wie auch vom Studienort her, sind wir immer im Gespräch geblieben und haben uns über Literatur und Literaturtheorie ausgetauscht. Vor allem die Basis, aufgrund derer wir Literatur interpretieren, war immer wieder Thema.

Im Rahmen unserer Promotionen haben wir bemerkt, dass wir das wissenschaftliche Publizieren, das wir plötzlich beherrschen sollten, nie geübt hatten.

In Großbritannien gibt es viele Möglichkeiten für Studierende, sich früh im wissenschaftlichen Publizieren zu üben. Das ist mir, Bettina, bei einem Studienaufenthalt in London aufgefallen.

Nach einer gemeinsamen Lektüre von Thomas Schmitz’ „Moderne Literaturtheorie und antike Texte“ im Sommer 2012 haben wir beschlossen, beides zu verknüpfen. Wir wollten die verschiedenen Theorien zur Basis von Literaturinterpretation und die fehlende Publikationsmöglichkeit für Studierende in einem Projekt angehen.

U.a. mit Prof. Glenn Most (Chicago/Pisa) haben wir viel über dieses Thema gesprochen und er hat uns ermutigt, uns selbst weiter mit Literaturtheorie zu beschäftigen und das Zeitschriftenprojekt zu verfolgen.

Wir hoffen, dass viele Studierende diese Möglichkeit, die uns selbst in unserem Studium gefehlt hat, nutzen und dass wir mit eisodos eine Diskussion zur Interpretation von antiker Literatur anstoßen und mitbegleiten können.